Warum sich Menschen freiwillig einen Chip implantieren lassen

Im Roman „Tribes – Das Heim“ ist (fast) jeder Mensch gechipt. Kann es wirklich sein, dass sich eines Tages (im Roman im Jahr 2047) alle Menschen chippen lassen?

Dass sich Menschen einen Chip implantieren lassen können, ist nichts Neues. Im Jahr 2002 sei der VeriChip in den USA zugelassen worden. Wenige Millimeter groß und „bequem“ unter die Haut implantierbar. Noch gibt es keinen Riesenandrang. um sich einen reiskorngroßen Chip unter die Haut pflanzen zu lassen. In Schweden sollen es ca. 300 Menschen sein, die von so einem Chip Gebrauch machen (faz.net).
Das ist nicht wirklich viel.

Wer im Internet recherchiert, wird schnell auf mögliche medizinische Vorteile von internen Chips stoßen. Die Hauptfunktion medizinischer Chips besteht darin, beeinträchtigten Menschen das Leben angenehmer zu machen. So könne man Gedächtnisstörungen bekämpfen (wired.de) oder Blinde könnten wieder sehen (medical-tribune.de). Inwieweit diese Verfahren wirklich helfen, werden wir eines Tages erleben.

Doch die Chips, die im Roman „Tribes – Das Heim“ angedacht sind, bilden die gesamte Identität eines Menschen ab: über diesen Chip wird man identifiziert. Nur mit diesem Chip kann man einkaufen. Bankgeschäfte werden erledigt. Sämtliche Krankendaten sind gespeichert. Nur, wer diesen Chip hat, kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Werden sich Menschen jemals auf eine solche „Chip-Lösung“ einlassen?

Vermutlich wird es wie bei der Installation der Weltregierung laufen:
Zuerst muss es genügend Drucksituationen geben, bei denen die Chip-Implantierung als DIE Lösung erscheint.

Ein mögliches Szenario könnte das sein (bitte beachten: ich glaube nicht, dass jetzt schon die Zeit dafür reif ist; das folgende Szenario dient nur als Gedankenübung):
Es gibt Menschen in Deutschland, die Angst vor den Flüchtlingsströmen haben.
Ihr Bedürfnis ist das: mehr Sicherheit!

Welche Vorteile könnte so ein Chip für ängstliche Menschen haben?
Mittels der Chips könnte man selbst immer geortet werden, d.h. wer entführt wird, kann schnell wieder gefunden werden. Ganz wichtig für besorgte Eltern!
Mit einem Chip könnte man sich selbst als Alleinberechtigter Zugang zum eigenen Auto, Haus oder Tresor verschaffen. Jeder andere würde sofort einen Alarm auslösen.
Das Empfinden wäre: Mit einem Chip unter der Haut sind meine Familie und ich gesicherter!

Fraglos wird es mehr brauchen als eine Flüchtlingskrise. Ich vermute, dass die Spannungen in Europa zunehmen werden. Die Menschen werden sich radikalisieren. In welche Richtung auch immer – aber das Gegeneinander wird wachsen. Und damit wird auch das Bedürfnis nach Sicherheit wachsen. Eines Tages würde vielleicht nur noch der Tropfen genügen, der das Fass zum Überlaufen bringt… und die Menschen werden ihre eigene „Chippung“ beantragen.

Was manche Menschen viel schneller einsehen könnten, könnte die „Chippung“ anderer Menschen sein: Wäre es nicht gut, wenn ein bekannter Kinderschänder per Chip stets geortet werden könnte? Oder wenn ehemalige Terroristen jederzeit auffindbar wären?
Ja, viel besser noch:
Wäre es nicht effektiver, wenn ein ehemaliger Terrorist, der gerade ein Attentat verüben will (somit „rückfällig“ wäre), rechtzeitig ausgeschaltet werden kann?

Das Letzteres keine Illusion ist, zeigt diese Meldung:
Der Versuch einer Patentierung für den „Killer-Chip“ (augsburger-allgemeine.de).

Wer weiß!?
Vielleicht sind meine Überlegungen in „Tribes“ noch viel zu zahm…

Wieso eine Weltregierung die „Lösung“ ist

Das Erfordernis einer Weltregierung drängt sich uns mehr und mehr auf. Nicht, dass man das gut finden muss. Aber es wird Sachzwänge geben, die kaum eine andere „Lösung“ vernünftig erscheinen lassen.
Man nehme nur die aktuellen Krisen, die globale Auswirkungen haben:
– Eine Weltwirtschaft, die sich nicht mehr national steuern lässt, die aber ganze Staaten in den Ruin treiben kann.
– Umweltverschmutzungen, die Ländergrenzen nicht beachten.
– Terroraktionen, bei denen nicht der Kampf zwischen zwei Staaten im Vordergrund steht, sondern der assymetrisch verläuft.
– Flüchtlingsströme, die auch Grenzzäune einreißen, weil sie von der Not getrieben sind.
– Wenn auch mit sinkender Tendenz, aber immer noch vorhanden: Hungerkatastrophen, die oft überregionale Gründe haben.

Das sind Entwicklungen, die ein Staat alleine nicht beherrschen kann.
Wenn sich diese Entwicklungen überhaupt beherrschen lassen, dann nur mit vereinten Kräften.
Je stärker Gefahrensituationen und Krisen auch auf die durschnittliche Bevölkerung der westlichen Hemisphäre wirken, desto bereitwilliger wird der einzelne Bürger sein, zu Gunsten einer vermeintlichen Sicherheit seine Gestaltungsfreiheit aufzugeben.
Je intensiver die kommenden Krisen wirken, desto stärker wird die Sehnsucht nach dem einen „Befreier“ werden – und sei es, dass dieser in Form einer Weltregierung daher kommt.

Und so kann es sein, dass wir sehenden Auges eine zentrale Weltmacht willkommen heißen, weil jede andere Möglichkeit noch schlechter aussehen wird.

Drohnen

Im Roman „Tribes – Das Heim“ tauchen plötzlich Drohnen auf.
Nun sind Drohnen-Storys für uns nichts Neues mehr. Wir lesen immer wieder von Drohnen-Einsätzen in Kriegsgebieten und in „Krisenfällen“.
Im Roman habe ich an ein Pendant zu den Luna-Drohnen der deutschen Bundeswehr gedacht. Diese können unter anderem mit Wärmebildkameras und Videokameras ausgestattet werden. Sollten sie im Jahr 2047 noch existieren, dann werden sie garantiert noch mehr Funktionen haben.

Dieser Drohnen-Typ wird in der Geschichte von einem sehr einflussreichen Wirtschaftsgiganten eingesetzt, der seine Machtspiele treibt und im Zuge dessen, ein Stammesmitglied via Drohnen suchen lässt.
Das Szenario zeigt uns, dass sich in Zukunft auch Privatleute solche Drohnen leisten können und einsetzen können. Zumindest, wenn man die wirtschaftliche und politische Macht dazu hat…